10 Jahre Kulturstiftung Trier – Jubiläumsabend im Theater Trier

06.11.2014

Über 350 Gäste lassen sich im Trierer Theater von 10 Jahren Kulturförderung begeistern

Trier – Was verbindet die Ausonius Grundschule, einen Poetry Slam, den Schriftsteller August Strindberg, das Musical FAME und den Komponisten W.A. Mozart? Sie waren Teil des Bühnenprogramms zum 10jährigen Bestehen der Kulturstiftung, der einzigen Trierer Bürgerstiftung. Rund 150 Akteure auf der Bühne und in der Foyerausstellung begeisterten über 350 Gäste im Rahmen des diesjährigen Stiftertages. Geboten wurde ein abwechslungreiches Programm, bei dem junge Sängerinnen und Sänger ebenso viel Anklang fanden wie inzwischen etablierte regionale Künstler. Ihre Gemeinsamkeit: Alle Mitwirkenden wurden durch die Kulturstiftung Trier beratend oder finanziell gefördert.

Es war ein bewegender Abend voll des Lobes: Oberbürgermeister Klaus Jensen unterstrich gleich zu Beginn die Bedeutung der Stiftung von Bürgern für Bürger, die viel zum Erhalt und zum Ausbau der Trierer Kultur beigetragen hat. Sein Dank galt all den Bürgern und Unternehmen, die sich durch Spenden für die Kunst und Kultur in der ältesten Stadt Deutschlands engagieren. Spartenübergreifend wurden in den letzten zehn Jahren über 200 Projekte in den Bereichen Tanz, Theater, Bildende Kunst, Literatur, Ausstellungen, Konzerte gefördert und der Erhalt von Trierer Kulturgütern unterstützt.

Stiftungsvorstand Harry Thiele bedankte sich bei den langjährigen Unterstützern und Zustiftern wie der Sparkasse Trier, durch die das Stiftungskapital inzwischen auf rund eine Million Euro angewachsen sei. Die Stiftung, die 2004 auf Initiative des damaligen Kulturdezernenten der Stadt Trier, Ulrich Holkenbrink, gegründet wurde, habe in den zehn Jahren selbst viele Kulturprodukte entwickelt, mit denen Bürger teilhaben können. Als Ideengeberin und organisatorisch verantwortlich dankte er Hiltrud Zock vom Agenturhaus, durch deren haupt- und ehrenamtliche Arbeit bundesweit einmalige Projekte wie die Trierer Kulturaktien initiiert und umgesetzt wurden. Mit diesem künstlerisch gestalteten Wertpapier, so Thiele weiter, wurde eine einzigartige Sammlung zeitgenössischer Kunst Trierer Künstler aufgebaut und konnten zudem bisher rund 150.000 Euro für die unbürokratische Kulturförderung erwirtschaftet werden. Darüber hinaus sei es der Kulturstiftung gelungen, über 600 Kindern eine kulturelle Teilhabe in den Bereichen Musik sowie bildende und darstellende Kunst zu ermöglichen. Lob fand er auch für die Einsatzbereitschaft aller in der Kulturstiftung aktiven MitbürgerInnen, die mehr als 8.000 ehrenamtliche Stunden eingesetzt hätten. Dazu gehören die sogenannten Kulturengel, benannt nach dem Vorbild aus der Wirtschaft, den Business Angels. Fachfrauen und -männer stellen als Kultur Coachs ihre Kompetenzen Kulturschaffenden zur Verfügung.

Es war auch ein Abend der Abschiede: Mit großem Dank entließ Harry Thiele die ehemaligen Kollegen im Stiftungsvorstand Remigius Kühnen und Dieter Mühlenhoff aus ihren Ämtern in der Kulturstiftung. Dankesworte in Abwesenheit gingen an die ebenfalls ausscheidenden Vorstandmitglieder Katja Weber und Ulrich Holkenbrink, die beide seit der Stiftungsgründung dem Stiftungsvorstand angehörten.

“Best of” aus Tanztheater, Musical, Comedy, klassischer Musik

Die Vorstellung der Stiftungsarbeit, Dankesreden und Festansprachen waren harmonisch in ein abwechslungsreiches Kulturprogramm eingebunden. Gewohnt locker führte Moderator Thomas Vatheuer durch einen Abend voller außergewöhnlicher Momente. Die Trierer Sängerknaben eröffneten den bunten Kulturreigen mit Liedern von W.A. Mozart, Mendelssohn Bartholdy und E. Humperdinck. Es folgten 40 Kinder der Ausonius Grundschule mit Stücken aus ihren Schulmusicals, die, wie auch die Trierer Sängerknaben, mit brandendem Applaus bedacht wurden.

Benedict Hegemann, Trierer Poetry Slam Stadtmeister 2014, vermittelte den Gästen nach einer Einführung von Peter Stablo (KulturRaum Trier e.V.) einen Einblick in die Welt des Dichterwettstreits, bevor die Theatergruppe Kreuz & Quer einen Auszug aus Strindbergs Schauspiel „Traumspiel“ aufführte.

Für Beifallsstürme sorgten Marlene Jubelius, Marius Binger und Lisa Bebelaar von der Musical School Trier mit ihren mitreißenden Songs aus dem Musical FAME, dessen Premiere vor kurzem im Theater Trier begeistert gefeiert wurde. Im Anschluss präsentierte das Ausnahmetalent, die junge Trierer Sopranistin Lisa Wittig, Stücke von Gabriel Fauré und Anton Dvorak. Am Flügel begleitet wurde sie, wie zuvor auch die Mitglieder der Musical School Trier und die Trierer Sängerknaben, vom Pianisten und Dirigenten Joachim Mayer-Ullmann.

Atemlose Stille bis zum Schluss herrschte bei der Aufführung „Zugvögel“ der Tänzerin Hannah Ma, der Cellistin Maria Kulowska und dem Video-Performer Alexander Ourth.

Den imposanten Abschluss bildeten die rund 50 SängerInnen des Trierer Konzertchores unter der Leitung und musikalischen Begleitung von Prof. Dr. Wolfgang Grandjean.  Zu Gehör kam ein Stück aus der Chorsymphonie „Sinai“ des in Trier geborenen Komponisten und ehemaligen Domorganisten Georg Schmitt.

Ein sichtlich bewegter Harry Thiele dankte für einen beeindruckenden und trotzdem kurzweiligen Streifzug durch die Trierer Kulturlandschaft, für dessen Organisation ebenfalls das Trierer Agenturhaus verantwortlich zeichnete. Dass Kultur alle Sinne anspricht, verdeutlichte das anschließende Beisammensein im Theaterfoyer. Hier boten zahlreiche Aussteller einen weiteren Einblick in ihre geförderten Projekte. Beim Kulturwein der Staatlichen Weinbaudomäne und einem kleinen Imbiss bot sich die Gelegenheit zum Gedankenaustausch und Kennenlernen vieler Trierer Kunst- und Kulturschaffenden.